Herbstbericht 2017 – hart aber fair

Der Herbst 2017 war kein leichter und für so manchen Winzer eine wahre Herausforderung. Gezeichnet durch Höhen und Tiefen wird er uns noch lange in Gedenken bleiben.

Zu Beginn des Herbstes sah es für uns alles andere wie rosig aus. Der erste Schock kam bei einer unserer Kontrollfahrten, bei denen wir uns die Weinberge und Trauben betrachten um zu entscheiden, wann der richtige Moment für die Lese ist. Angekommen an unserem Müller-Thurgau Weinberg (in Nähe zum Wald) mussten wir feststellen, dass der gesamte Weinberg von Wildtieren heimgesucht und abgefressen und verwüstet wurde. Bis auf einige wenige Trauben war die Anlage komplett leer gefressen und eine Lese war hier nicht mehr möglich.

Nachdem wir uns von dem Schock wieder erholt hatten, galt es ähnliche Weinberge wie den Müller-Thurgau zu schützen und gegen Wild sicher zu machen. Blaue Vogelschutz-Netze wurden in den Traubenzonen aufgehängt, Zäune aus Baustahlmatten errichtet und Duftstoffe ausgebracht, die dem Wild vortäuscht das Menschen in der Nähe wären. Mit diesen Maßnahmen waren wir dann auch sehr erfolgreich und hatte so gut wie keine Schäden durch Wildtiere mehr.

Bislang waren wir von Unwetter und anderen Naturgewalten verschont geblieben. Im oberen Rheingau sah es da schon anders aus. Hier hatten Hagel und starker Regen schwere Schäden verursacht und unsere Kollegen dort viel Geld und Arbeit gekostet.

Nun aber kam aber auch der starke Regen zu uns. Und das zu einem ungünstigen Zeitpunkt, kurz vor der Ernte. Dies zwang uns ein paar Riesling-Weinberge im Magdalenenkreuz früher wie sonst zu ernten. Ansonsten sind wir zum Glück von größeren Problemen verschont geblieben.

Der gute Wein stellte sich nun endlich ein. Nach und nach entwickelte sich noch zu einem goldenen Herbst. Wir haben schließlich sehr schöne Trauben eingefahren. Bedingung hierfür war eine saubere Selektion bei der Lese mit der Hand. Dies hat zwar den Ertrag ein wenig geschmälert, jedoch sind wir dafür mit Qualität und Geschmack belohnt worden.

Am Weinstand und beim Federweissenfest konnten sich unsere Gäste über den ersten frischen Federweissen freuen.  Gespannte Fragen zur Lese wurden gestellt und wir hatten eine schöne gemeinsame Zeit.

Zum krönenden Abschluss haben wir dann unseren Herbstschluss am 21ten Oktober gefeiert mit einem Lesegut von Auslesequalität mit 100°Oechsle. Die Freude hierüber war sehr groß und wir ließen es uns nicht nehmen das ordentlich mit einem Traktoren Umzug durch Rüdesheim zu feiern.

Alles in Allem sind wir mit dem Herbst 2017 sehr zufrieden, auch wenn er mengenmäßig etwas unter dem Durchschnitt blieb. Wir freuen uns auf jeden Fall auf den neuen Jahrgang. Die ersten Proben im Keller haben schon auf gute Weine schließen lassen. Wir werden euch bis dahin auf dem laufenden halten und freuen uns schon die neuen Weine nächstes Jahr im Frühjahr euch präsentieren zu dürfen.

 

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